LHG empfiehlt sich als Totengräber studentischer Kulturprojekte


Seit dem 17.05.2010 hängen die Wahlplakate der Liberalen Hochschulgruppe (LHG) auf dem Campus. Dargestellt wird die große Zahl von 271.539,62 €. Die Zahl geht einher mit der liberalen Dauerforderung nach Senkungen von Beiträgen, hier nach Senkung des Semesterbeitrags. So viel Geld sei mehr als genug für den StuRa, so die Aussage des Plakates. Die 271.539,62 Euro stammen aus dem Haushaltsplan des Studierendenrates und beziehen sich auf ein Jahr, also auf zwei Semester. Sie sind zudem, verknüpft mit der Forderung nach Senkung des Semesterbeitrags, die falsche Zahl, weil die Semesterbeiträge im StuRa-Haushalt nur 165.000,00 € ausmachen. Der Rest sind Landeszuschüsse oder stammt aus dem Haupt- und Geldmarktkonto des Studierendenrates. Also von Geld, das von einer Senkung des Semesterbeitrags gar nicht betroffen wäre (Haushaltspläne sind auf der Internetseite des Studierendenrates einsehbar).

Von den 64,50 Euro, die wir als Studierende pro Semester bezahlen, gehen 23 Euro an die MVB und 35 Euro an das Studentenwerk. Ganze 6,50 Euro gehen als ein solidarischer Beitrag an die Studierendenschaft. Davon verbleibt die Hälfte beim Studierendenrat und die andere Hälfte geht nach einem Verteilerschlüssel an die Fachschaften der Fakultäten, die damit u.a. studentische Projekte unterstützen und den Studienalltag an den Fakultäten bereichern.

An diesem Beitrag von 6,50 Euro pro Kopf und Semester will die LHG nun etwas ändern, nämlich ihn kürzen. Was auf die Brieftaschen der Studierenden einen marginalen Effekt von ein bis maximal zwei Euro weniger Semesterbeitrag hätte (größer ist der Kürzungsspielraum nicht), würde sich katastrophal auf die studentische Selbstverwaltung auswirken. Die Landesmittel für die Uni Magdeburg werden von der CDU-geführten Landesregierung immer weiter gekürzt, was dazu führt, dass sich die finanzielle Lage der Uni insgesamt prekär darstellt.

Die Gremien der studentischen Selbstverwaltung, also die Fachschaftsräte und der Studierendenrat und nicht etwa die Universitätsverwaltung sind es, welche studentische Projekte, Exkursionen und das kulturelle Leben auf und um den Campus fördern! Die LHG will hier einen ganz wesentlichen Bestandteil eines attraktiven Studiums kaputtsparen. Gegen solche Tendenzen muss man aktiv werden, unabhängig davon, dass die LHG an der Uni Magdeburg so gut wie nicht wahrnehmbar ist.

Wer, außer den Gremien, soll die Vielzahl von Projekten und die unzähligen Exkursionen unterstützen, wenn dafür einfach das Geld fehlt? Dann würden Projekte wie die Renovierung des Studentenclubs Kiste, Literaturnächte, das Studi-Movie-Festival, Workshops, Vorträge, das Fest der Kulturen des IKUS, die legendären P7 Parties und vieles mehr, einfach nicht stattfinden. Auch wären die Eigenbeiträge für Exkursionen für viele Studierende kaum mehr aufzubringen.

Die LHG-Forderung, die im jetzigen Wahlkampf durchaus Alleinstellungsmerkmal besitzt, weil keine andere Hochschulgruppe den Beitrag zur Studierendenschaft senken möchte, ist als absolut unseriös zu betrachten. Sie offenbart eine erschreckende Unkenntnis über die Zustände an der Uni, an der die LHG Verantwortung übernehmen möchte. Die GHG lehnt eine Kürzung der Beiträge zur Studierendenschaft entschieden ab und setzt sich für den Erhalt einer starken studentischen Selbstverwaltung und der kulturellen Vielfalt auf dem Campus ein.

 



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